für Hobbygärtner.

Gartentipps von unserem Kreisfachberater

Pflanzen richtig gießen

Die Sommerhitze bereitet vielen Menschen große Freude. Die Pflanzen in unseren Gärten leiden hingegen unter Trockenstress. Der fürsorgliche Gartenbesitzer greift deshalb zur Gießkanne oder zum Gartenschlauch. Doch damit das Gießen wirklich hilft, sind folgende Punkte zu beachten:

  • Das Gießen darf keine Blattschäden verursachen. Um dies zu verhindern, sollte grundsätzlich nicht über die Blätter gegossen werden, da Wasserperlen auf den Blättern wie Brenngläser wirken. Zudem kann Blattnässe pilzliche Blattkrankheiten (z. B. Mehltau) hervorrufen.
  • Gießen ist am effektivsten, wenn der Boden noch kühl ist, da sonst ein Großteil des Wassers sofort wieder verdunstet. Deshalb sollte man wenn möglich in den frühen Morgenstunden gießen.
  • Zwei Gieß-Durchgänge: Ist der Boden sehr ausgetrocknet, ist es ratsam ihn bei einem ersten Durchgang erst einmal grob anzufeuchten und dann während eines zweiten Gieß-Durchgangs tiefgründig zu wässern. Der Boden ist dann aufnahmefähiger und das Wasser läuft nicht mehr oberflächlich ab.
  • Das Gießen darf das Wurzelwachstum nicht negativ beeinflussen. Dies geschieht bei häufigen, aber mengenmäßig nicht ausreichenden Wassergaben. Die Erde wird dann nur oberflächennah befeuchtet. Statt in die Tiefe zu wurzeln, um sich weitestgehend eigenständig mit Wasser zu versorgen, bildet die Pflanze nur oberflächennahes Wurzelwerk aus und wird somit völlig abhängig von der Gießpflege des Menschen.
  • Das Gießen darf die Pflanzen nicht verwöhnen. Zu häufiges Gießen (auch außerhalb von Trockenzeiten) verwöhnt die Pflanzen. Sie haushalten dann weniger mit ihrem Wasser und fühlen sich nicht zur Ausbildung von tiefergehendem Wurzelwerk veranlasst. Das Gießen sollte Gartenpflanzen also vielmehr bei der „Krisenbewältigung“ unterstützen.
  • Eine Ausnahme stellen natürlich Kübelpflanzen und frisch gepflanzte Pflanzen dar. Bei Kübelpflanzen sollte allerdings Staunässe vermieden werden, da diese zum Ersticken/Absterben der Wurzeln führt. Frisch gepflanzte Bäume und Sträucher sollte man etwa ein Jahr regelmäßig und tiefgründig wässern.
Bildquelle: pixelio.de / Lupo

Obstbaumschnitt

Qualität statt Quantität ist das Ziel, das durch den Baumschnitt erreicht werden soll. Statt unzählig vieler kleiner Äpfel mit wenig Geschmack, wollen wir lieber eine geringere Menge größerer und schmackhafter Äpfel in erreichbarer Nähe ernten. Um das zu erreichen, muss man das Wachstum des Apfelbaums durch den Baumschnitt steuern. Im Blickpunkt stehen dabei die Haupt- und Nebenäste. Weil die Endknospen des Hauptastes den meisten Saft an sich ziehen, werden die Nebenäste schlechter versorgt. Diese bilden aber die Blüten und tragen die Äpfel, während die Hauptäste dafür sorgen, dass der Baum in die Höhe wächst. Ziel ist es, die holzproduzierenden Hauptäste zu bremsen und so die fruchttragenden Nebenäste besser mit Saft zu versorgen. Folgendes kann man also tun:

  • Abschneiden der Haupasttriebe
  • Auslichten der Baumkrone (gibt Früchten mehr Licht und beugt Pilzbefall vor)
  • Mit Augenmaß zurückschneiden
  • Richtige Temperatur wählen (über null Grad!)
Bildquelle: pixelio.de / Albrecht E. Arnold

Hilfe für Bienen

Im Sommer bedroht Nahrungsmangel die Biene durch blütenarme Vegetation und Monokulturen. Abhilfe schafft da das Pflanzen von Bienennährpflanzen wie zum Beispiel:

  • Bäume: Scheinakazie, Linde, Schlehe, alle Obstbäume, Weißdorn, Ahorn, Wildrosen
  • Sträucher: Flieder, Hasel, Kornelkirsche Winter-Jasmin, Duftschneeball
  • Blumen/Stauden: Ringelblume, Salbei, Akelei, Pfingstrose, Rittersporn, Lavendel, Mohn, Sonnenhut, Fette Henne, Schneeglöckchen, Krokus, Lederblümchen, Anemone
Bildquelle: pixelio.de / Wolfgang Dirscherl

Grüne Wände – Sichtschutz für Balkon und Garten

Bei schönem Wetter ist die Erholung im Garten oder auf dem Balkon eine Wohltat. Doch was kann man tun, um etwas Privatsphäre in seiner grünen Oase zu erhalten? Die Lösung sind rasch dicht wachsende und üppig blühende einjährige Rankpflanzen! Gezogen an ein paar Seilen oder einem Rankgitter bilden sie eine optisch schöne grüne Wand und sind somit der perfekte Sichtschutz für jeden Balkon oder Garten!

Folgende Kletterpflanzen sind hierfür besonders gut geeignet:

  • Duft-Wicke
  • Glockenrebe
  • Gloxinienwinde
  • Kapuzinerkresse
  • Prunk-Trichterwinde
  • Rosenkelch
  • Schönranke
  • Schwarzäugige Susanne
  • Sternwinde
  • Zierkürbis
Bildquelle: pixelio.de / Steve Weißflog

Einjährige Sommerblumen

Einjährige Sommerblumen bringen Blütenfülle und Farbenpracht in den Garten. Daran erfreut sich nicht nur das menschliche Auge, es profitieren Schmetterlinge, Bienen und viele andere Blütenbesucher. Zwar haben sie nur eine kurze Lebensdauer, doch dafür entwickelt sich die auffällige Blütenpracht besonders rasch.

Sommerblumen lieben einen sonnigen, nicht zu trockenen Standort und einen nicht zu nährstoffarmen, kultivierten Boden. Sie können ab Ende März bis Mitte Mai im Gewächshaus, Wintergarten oder Zimmer vorkultiviert werden. Alternativ kann man die Samen auch ab Mitte Mai direkt ins Beet sähen.

Beispiele für einjährige Sommerblumen:

  • Bauernorchidee
  • Jungfer im Grünen
  • Kapuzinerkresse
  • Mohn
  • Petunie
  • Ringelblume
  • Sonnenblume
  • Tagetes
Bildquelle: pixelio.de / Grey59

Anbau von Heilkräutern

Beim Anbau von Heilkräutern im Garten ist auf einen sonnigen Standort zu achten. Denn für die Bildung der wirkenden Pflanzeninhaltsstoffe benötigen die meisten Heilkräuter viel Licht und Wärme. Der Boden sollte gut versorgt, aber nicht übermäßig nährstoffreich und nicht zu nass sein. Ab April können die Kräuter ausgesäht oder als kleine Setzlinge gepflanzt werden.

Folgende Krankheiten können u. a. mit Kräutern aus dem eigenen Garten behandelt werden:

  • Bei Blasenleiden hilft Liebstöckl. Im Herbst können seine Wurzeln, die ätherische Öle enthalten, für die Teezubereitung gewonnen werden.
  • Hautentzündungen oder flachere Wunden können mit Ringelblume behandelt werden. Ihre Blüte ist reich an ätherischen Ölen und lässt sich zur Salbenherstellung verwenden.
  • Arterienverkalkung oder zu hoher Blutdruck können durch die schwefelhaltigen und ätherischen Öle des Knoblauchs gemildert werden.
  • Bei Schlaflosigkeit und Nervosität kann Baldrian angewandt werden. Aus seinen Wurzeln lässt sich eine Tinktur zum Trinken gewinnen.
  • Verdauungsstörungen und Blähungen hilft Fenchel ab. Aus seinen Samen oder seiner Wurzelknolle lässt sich heilsamer Tee zubereiten.
Bildquelle: pixelio.de / Alexandra H.

Gartenteich

Im Sommer sehnt sich so mancher Gartenfreund nach einem kühlen Platz am Wasser. Ein eigener Gartenteich kann diesen Wunsch erfüllen – es gibt aber einiges zu beachten!

  • Der Gartenteich sollte am tiefsten Punkt im Garten liegen und gut besonnt werde, denn Teichpflanzen lieben die Sonne.
  • Der Teich sollte mindestens 80 cm tief sein, da er sich sonst im Sommer zu stark erwärmt und veralgt und im Winter komplett zufriert (kein geeigneter Lebensraum für Fische).
  • Die Böschungsneigungen des Teichs dürfen nicht zu steil sein, da sonst Teichsubstrat ins Rutschen kommt.
  • Für eine ausgewogene Teichvegetation müssen verschiedene Tiefenzonen geschaffen werden (Uferrand, Uferzone, Sumpfzone, Flachwasserzone und Seerosenzone).

Viele Gartenteiche veralgen bereits nach kurzer Zeit. Dies ist meist auf eine zu hohe Wassertemperatur, einen zu hohen Kalkgehalt (vorwiegende Verwendung von Kalkgesteinen oder kalkhaltigem Leitungswasser), einen zu hohen Nährstoffeintrag durch Laub oder durch Exkremente eines zu hohen Fischbesatzes zurückzuführen. Der Fachmann spricht dann von einem eutrophierten Teich: Der Sauerstoffgehalt des Wassers sinkt deutlich ab und die meisten Teichpflanzen und -tiere können nicht mehr gedeihen. Der Teich sollte also möglichst nährstoffarm sein. Deshalb darf kein normaler Oberboden aus dem Garten als Teichsubstrat verwendet werden. Besser geeignet Kies, Sand und nährstoffarmer Lehm. Zusätzlich sollte man den nährstoffreichen und sauerstoffzährenden Schlamm am Teichboden in regelmäßigen Abständen entfernen.

Bildquelle: pixelio.de / Gabriela Neumeier

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